Opti4Apps auf der MobiSPC 2017

MobiSPC 2017

14th International Conference on Mobile Systems and Pervasive Computing (24.-26 Juli 2017, Löwen, Belgien)

Wir vom Fraunhofer IESE waren Ende Juli auf der 14. International Conference on Mobile Systems and Pervasive Computing. Hier haben wir den aktuellen Stand zu Opti4Apps präsentiert, sowie einige interessante Eindrücke gesammelt. In der ersten Keynote von Dr. Yves Vanrompay (Institute of Mobility, Hasselt Universität), ging es um proaktive sprachverarbeitende Systeme. Das sind personalisierte und kontextbewusste Systeme. Außerdem besitzen sie eine Filterfunktion für Interessen des Nutzers. Das Problem an derzeitigen kontextbewussten Systemen ist, dass sie nur auf die aktuelle Umgebungssituation reagieren können. Deswegen antworten sie zu spät und haben keinerlei Funktionen zukünftige Bedürfnisse von Nutzern vorherzusehen. Durch die Integration einer kontextbewussten Middleware kann dies durch den Einsatz von drei Qualitäts-Metriken bezüglich der Eingaben möglich gemacht werden. Bewertet werden die Eingaben des Nutzers, die Eingaben aller Nutzer sowie die individuellen Charakteristiken des Nutzers Unterschiedliche Ausdrucksweisen der Nutzer werden zusätzlich über Ontologien für das System analysierbar gemacht. Um die Nutzungserfahrung noch mehr zu verbessern, fängt das System mit der Suche schon an, während der Nutzer am Sprechen ist. Wir glauben, dass ein solches Vorgehen auch uns bei der Klassifikation von Nutzerfeedback im Rahmen von Opti4Apps weiterhelfen könnte. Hoang Huu Son von der Fernuniversität Hagen sprach über ein berechenbares Stimmungsmodell. Dieses Modell beschreibt die gegenseitige Beeinflussung der Stimmung, der Umgebung und des menschlichen Körpers, die genutzt werden können um menschliche Stimmungen basierend auf Alltagsdaten zu bestimmen. Es kann außerdem dafür genutzt werden, um z.B.  in Stresssituationen auf Menschen beruhigend zu wirken.

Die Keynote des zweiten Tages von Danny Hughes thematisierte die praktischen Herausforderungen für IoT. Unter dem Motto „Taking IoT out of the Lab into the real world“ ging es um echte Probleme heutiger IoT Infrastrukturen in Firmen und welche Probleme die Forschung angehen oder eben nicht mehr angehen sollte.

Am Nachmittag hielt Simon A. Scherr zwei Vorträge zu Opti4Apps. Zunächst ging es um das Opti4Apps Prozessmodell insgesamt und welche Rolle Nutzerfeedback darin spielt, um mobile Anwendungen zu optimieren. Dabei wurde insbesondere auf die unterschiedlichen Arten von Nutzerfeedback eingegangen und einige Beispiele gezeigt, wie man unter realen Bedingungen Verbesserungen für Apps aus Nutzerfeedback ziehen kann. Zudem gab er einen Ausblick auf unsere aktuellen und zukünftigen Vorhaben in diesem Feld. Der zweite Vortrag handelte von einer Toollandschaft zum Thema Testen von mobilen Anwendungen. Er präsentierte die Identifikation von fünf verschiedenen Kategorien von Tools und wie diese zusammenhängend eingesetzt werden können. In diese Kategorien wurden 75 Werkzeuge zur Qualitätssicherung eingruppiert. Allerdings war das klare Fazit, dass Tools an sich noch kein Allheilmittel sind, sondern sie unmittelbar in einen Prozess eingebettet werden müssen. In Entwicklungsprozessen ist es nötig, Aspekte zur Qualitätssicherung zu identifizieren, was über die direkte Einbindung von Nutzerfeedback möglich gemacht werden kann. Die Zuhörerschaft stellte hinterher zahlreiche Fragen zu diesen Themen. Insbesondere wie schnell Nutzerfeedback verfügbar ist sowie die Quantität und Qualität des Feedbacks war von sehr großem Interesse.

Ein Highlight des letzten Tages war die Präsentation zu “Homonoia: When your car reads your mind”. Hierbei ging es darum, menschliche Gehirnwellen zu messen, um die Stimmung und Verfassung eines Autofahrers auszulesen. Ein Anwendungsbereich hierfür ist es, Fahrassistenzsysteme zu entwickeln, um Gefahren vorzubeugen. Sinkt etwa die Aufmerksamkeitsspanne des Fahrers, soll ein solches System den Fahrer anhalten eine Pause zu machen und bietet eine Route zu einem Parkplatz an oder etwa zu einem Café um frische Energie zu tanken. Bei Personen, die an Krankheiten wie Epilepsie oder Narkolepsie leiden kann ein solches System Leben retten, da es zahlreiche Gefahren frühzeitig erkennt und Unfälle verhindern kann.


Unser Fazit ist, dass es insgesamt ein gelungener Konferenzbesuch gewesen ist, auf dem wir Impulse für Opti4Apps mitgenommen haben, aber ebenso unsere Ergebnisse einer breiten Community darstellen konnten.